1990 „TRADITION MIT GESCHMACK“ UND MIT ZUKUNFT


Die Wende wird zum Aufbruch ins Unbekannte. Der Prenzlauer Berg verändert sich rasant. Neue Kunden, neue Standortbedingungen, neue Wünsche und neue Vorschriften. Presse, Funk und Fernsehen haben ein Dauerthema, weit über Berlin hinaus: Wie geht es mit Konnopke’s weiter?

Enkel Mario Ziervogel gibt seinen Beruf auf und wird Wurstverkäufer. Ehefrau Viola, Fleischfachverkäuferin, folgt ihm an den Tresen im Prenzlauer Berg. Die dritte Generation ist angetreten. Eine neue Kochstrecke wird eingebaut. Ab jetzt gibt’s auch Pommes und Kaffee. Aber die Currywurst bleibt eine ohne Darm. Neu ist, dass sie geschnitten auf Pappe gereicht wird, mit zusätzlichem Currypulver und in fünf Schärfegraden.

2000 verkauft Günter Konnopke seinen Imbiss in Weißensee. Die dortige Ära Konnopke ist beendet. Dafür beginnt 2007 eine neue in Pankow-Heinersdorf, denn Waltraud eröffnet dort eine Filiale, die von Tochter Dagmar
geleitet wird.

Im Prenzlauer Berg wird durchgehalten. Zwanzig Jahre Ungewissheit, ehe sich Ende 2009 eine Lösung abzeichnet. Bis Mai 2010 dauert es dann noch, ehe die BVG, der Bezirk, der Denkmalschutz und Waltraud Ziervogel zu einer einvernehmlichen Lösung über den Verbleib der Bude unterm Viadukt kommen, Charlotte Konnopke erlebt das nicht mehr. Sie stirbt 2009.

Konnopke’s Imbiss im Prenzlauer Berg bleibt. Bis im Frühjahr 2011 der neue Kiosk am alten Standort eröffnet werden wird, gibt’s Currywurst gegenüber auf der Mittelinsel aus einem knallroten Wurstwagen.

Tipp zum Weiterlesen: Petra Boden, Die Berliner Currywurst,
Berlin: bebra verlag, 2010, 14,00 €