1930 MIT WURSTMAXE FING ALLES AN


Max Konnopke ist 29 Jahre alt und hat schon einiges ausprobiert, ehe er von Cottbus nach Berlin kommt und sich entschließt, ein Wurstmaxe zu werden. Er hat die leeren Pappen gezählt, die sich des Nachts um andere Wurstmaxen herum auf Berlins belebten Plätzen ansammelten. Bei Tag war dieses Straßengeschäft noch verboten. Aber es schien sich zu rechnen! Also will auch er jetzt sein Glück mit dem Verkauf von Würsten versuchen.

Gesagt, getan. Er heiratet seine geliebte Charlotte, und beide verkaufen ab dem 4. Oktober 1930 sieben Tage die Woche von sieben Uhr abends bis fünf Uhr morgens Bockwürste, Knacker, Wiener und Krakauer im Prenzlauer Berg. Max steht an der belebten Ecke Schönhauser Allee/Danziger Straße; Charlotte versorgt Hungrige an der Ecke Schönhauser Allee/Stargarder Straße. Klapptisch, Schirm und Wurstkessel. Mehr braucht man nicht.

Bald hat Max ein Motorrad, mit dem er weitere Ecken anfährt. Und Charlotte zieht mit ihrem Kessel auch noch über die Baustellen der Stadt.
Als das Fleisch knapp wird und ab 1939 nur auf Marken zu haben ist, verkaufen sie eben Kartoffelpuffer. Sie haben ihr Auskommen.

Wäre da nicht der Krieg. 1941 wird Max zur Wehrmacht eingezogen. Charlotte muss die beiden Kinder, Waltraud und Günter, allein durchbringen.